Korneales Crosslinking

Crosslinking (z. Dt. Quervernetzung) ist ein Verfahren, bei welchem ultraviolettes Licht benutzt wird um Quervernetzungen zwischen den Kollagenfasern der Hornhaut (die transparente Struktur vorne auf Ihrem Auge) zu bilden. Indem man die Anzahl der Quervernetzungen zwischen den Kollagenfasern erhöht, verbessert man die Steifheit der Hornhaut. Das Versteifen der Hornhaut mittels Crosslinking kann die Keratokonus-Progression aufhalten und die Hornhaut abflachen.

 
Abbildungen 1: Schematische Darstellung der Hornhaut beim Gesunden (gleichmäßig rund) und beim Keratokonuspatienten (die Hornhaut stülpt sich kegelförmig nach vorne)


Behandlung

Die Hornhaut wird mit Tropfen unempfindlich gemacht. Eine Verabreichung von Antibiotika-Tropfen verhindert eine Infektion. Die Hornhautoberfläche (Epithel) wird mittels eines speziellen Instruments entfernt, danach werden in Abständen von 3 Minuten mehrmalig Riboflavin-Augentropfen (Vitamin B2) in Ihr Auge appliziert. Diese sind von gelblicher Farbe und werden von der Hornhaut und dem Vordersegment des Auges absorbiert. Das Auge wird danach an der Spaltlampe untersucht um zu kontrollieren, ob das Riboflavin ausreichend absorbiert worden ist. Anschließend wird ein Spekulum ins Auge eingesetzt, um sicher zu stellen, dass die Lider während der Behandlung offen bleiben. Kalibriertes Ultraviolett-Licht wird dann während zehn Minuten auf Ihr Auge fokussiert. Es ist wichtig, dass Sie sich während dieser Behandlung nicht bewegen. Im Laufe der Bestrahlung wird periodisch geprüft ob das Gerät richtig positioniert ist. Das gelbe Pigment des Riboflavins absorbiert das Ultraviolett-Licht und verstärkt den Effekt des Crosslinkings.
Nach der Behandlung wird eine weiche Kontaktlinse auf Ihr Auge platziert und es werden erneut Antibiotika-Augentropfen verabreicht. Die Kontaktlinse wird in der Regel nach zwei bis drei Tagen entfernt.
 

Abbildung 2: Beim Crosslinking wird die Hormhaut mit ultraviolettem Licht bestrahlt


Wie lange dauert es bis ich eine Verbesserung wahrnehme?

Das Crosslinking ist eine Folge der Ultraviolett-Bestrahlung. Die Steifheit der Hornhaut wird kurz nach der Bestrahlung erhöht, der Prozess der Quervernetzung (Crosslinking) dauert aber länger. Als Folge der Quervernetzung kann es zu einer gewünschten Hornhautabflachung kommen, dies ist aber nicht immer der Fall. Das Hauptziel der Behandlung ist das Fortschreiten des Keratokonus zu stoppen.


Abbildung 3: Quervernetzungen vor und nach Crosslinking

Wie häufig muss ich zur Kontrolle?

Sie werden nach der Operation regelmässig von Ihrem Augenarzt kontrolliert. Dabei wird die Kontaktlinse entfernt und er wird Ihnen erklären, dass Sie während einiger Wochen Augentropfen applizieren müssen. Weitere Nachkontrollen finden einen, drei, sechs und zwölf  Monate nach der Operation statt. Danach ist es wichtig, dass Sie sich weiterhin jährlich bei Ihrem Augenarzt vorstellen.

Wann kann ich wieder Kontaktlinsen tragen?

Sie können nach etwa einem Monat beginnen, Ihre Kontaktlinsen wieder zu tragen. Es ist jedoch möglich, dass Sie aufgrund der Veränderung Ihrer Hornhautoberfläche die Kontaktlinsen neu anpassen lassen müssen.

Welche Risiken bestehen beim Crosslinking?

Da während der Operation das Epithel entfernt werden muss, besteht ein geringes Risiko einer Infektion. Daher erhalten Sie als Vorsichtsmaßnahme Antibiotika-Augentropfen vor-, während und nach der Behandlung. So tritt eine Infektion nur äusserst selten auf.