Hornhautendothel-Transplantation

DMEK & DSEK

(Descemet’s Stripping and Endothelial Keratoplasty and Descemet’s Membrane Endothelial Keratoplasty)

Hintergrund

Die Hornhaut ist das klare Fenster vorne an Ihrem Auge. Auf der Rückseite der Hornhaut befinden sich Zellen (sog. Endozellen), welche Flüssigkeit aus der Hornhaut pumpen und so ein Anschwellen derselben verhindern. Auf diese Weise bleibt die Hornhaut dünn und klar. Ein Mangel an Endozellen führt demnach zu einer Schwellung der Hornhaut und zur Verminderung deren Transparenz. Dies wiederum vermindert Ihre Sehkraft.


Abbildung 1: Schematische Darstellung des Auges

Operationstechnik

DSEK oder DMEK sind Operationstechniken, bei welchen die erkrankten Endothelzellen entfernt und selektiv mit einer Schicht endothelialer Zellen ersetzt werden. Diese neuen Zellen werden temporär mit einer Luftblase in Ihrem Auge fixiert. Der Chirurg wird anhand Ihrer klinischen Befunde, die für Sie geeignetste Technik (DSEK oder DMEK) wählen. In der Vergangenheit wurde meist eine vollständige Hornhaut-Transplantation (PKP) durchgeführt. Bei dieser Operationstechnik musste jeweils deutlich mehr genäht werden, was die Wunde instabil und die Resultate somit tendenziell schlechter machte. Dies brachte ausserdem eine lange Erholungszeit von 18-24 Monaten mit sich. Bei den neuen Operationstechniken DSEK und DMEK benötigt der Chirurg nur kleine Schnitte, wodurch die Hornhautkontur beibehalten wird und lediglich ein bis zwei Stiche genäht werden müssen. Dies führt im Gegensatz zum Volltransplantat zu einer erheblich kürzeren Erholungszeit und bedeutet für Sie als Patienten eine schnellere Erholung Ihrer Sehschärfe.

Kommt dieser Eingriff für mich in Frage?

Patienten, welche infolge Kataraktchirurgie oder aufgrund einer Fuchs’schen Hornhautdystrophie unter einer erkrankten Endothelzellen-Schicht leiden und deren Hornhaut keine oder nur eine minimale Vernarbung aufweist, sind für diesen Eingriff geeignet.


Abbildung 2: Vergleich von DSEK zu PKP (vollständige Hornhauttransplantation)

Risiken und Nutzen

Jeder Eingriff birgt Risiken. Im Folgenden möchten wir Sie sowohl über den Nutzen, als auch über mögliche Risiken in Kenntnis setzen, bevor Sie sich für einen Eingriff entscheiden.

Was ist der Nutzen dieses Eingriffs?

1. Verbesserung der Sehschärfe
2. Vermeidung eines vollen Hornhaut-Transplantats, was wiederum bedeutet:

  • bessere Sehschärfe
  • Steroid-Tropfen können früher abgesetzt werden
  • die Chance einer Transplantat-Abstossung ist kleiner
  • weniger chirurgische Komplikationen
  • geringeres Risiko eines Sehverlustes

Was sind die Risiken?

Die Risiken des Eingriffs sind folgende:
  • Transplantat-Dislokation (Verschiebung) in weniger als 15% der Fälle
  • temporärer Augeninnendruck-Anstieg in 5% der Fälle
  • Hornhauttransplantat-Versagen in 5-10% der Fälle, was weitere Eingriffe notwendig machen kann
  • Hornhauttransplantat-Abstossung
  • trübes Sehen aufgrund eines (in der Regel temporären) Makulaödems in weniger als 5% der Fälle
  • geringes Risiko einer Netzhautablösung
  • sehr geringes Risiko einer Augeninfektion mit Sehverlust als Folge

Operationsverlauf

Der Eingriff dauert in der Regel 90 Minuten und kann unter lokaler oder Allgemeinanästhesie (Vollnarkose) durchgeführt werden. Dies erfolgt in Absprache mit Ihrem Chirurgen und gemäss Ihren Wünschen. In der Regel bleiben Sie für eine Nacht im Spital. Der Eingriff kann jedoch auch ambulant durchgeführt werden. Gelegentlich muss das Hornhauttransplantat innerhalb einer Woche repositioniert werden (in weniger als 20% der Fälle). Ist dies der Fall, benötigen Sie eine erneute Injektion einer Luftblase in Ihr Auge und Sie müssen eventuell noch eine weitere Nacht im Spital verbringen.

Nach der Operation

Nach der Operation werden Sie gebeten, für zwei Tage auf dem Rücken zu liegen. Ziel ist es, dass die Luftblase das neue Transplantat nach oben drückt. In der Regel absorbiert sich die Luftblase innerhalb dieser 48 Stunden. In einzelnen Fällen kann dies auch etwas länger dauern. Von Ihrem Chirurgen erhalten Sie nach der Operation pupillenerweiternde für drei Tage. Ebenfalls erhalten Sie antibiotische und steroidhaltige Augentropfen für eine längere Zeit. Über das genaue Behandlungsschema werden Sie zum gegebenen Zeitpunkt genauestens informiert. Es ist üblich, dass die Sehqualität des Patienten nach der Operation etwas milchig ist. Dies verbessert sich innerhalb der ersten drei bis vier Monate nach dem Eingriff – so lange benötigt die Hornhaut um aufzuklaren.

Wichtige Hinweise

Arbeit
In der Regel sind Sie für mindestens eine Woche arbeitsunfähig. Dies ist abhängig von Ihrer Arbeit, die sie durchführen und dem individuellen Heilungsverlauf nach der Operation.

Sport und Hobbys
Auch bei einem komplikationslosen Eingriff empfehlen wir Ihnen während vier Wochen auf körperliche Anstrengung und Sport zu verzichten.

Fliegen
Aufgrund der Gas-Blase in Ihrem Auge empfehlen wir Ihnen, während der ersten Woche nach der Operation keine Flugreisen zu unternehmen.